Was ich mir anschaue

Hier möchte ich Ihnen einen Einblick in meine privaten Iteresse geben, konkret verraten, was ich mir so alles anschaue. Also insbesondere im Fernsehen, aber auch in Theatern oder Musikzentren. Man sagt, dass das viel über einen Menschen verrät und ich glaube, dass das stimmt. In diesem Sinne wünsche ich eine aufschlussreiche Lektüre.

 

Bühnenkunst

In Bochum bin ich mit einem wirklich tollen kulturellen Angebot versorgt. Besonders gerne gehe ich ins Schauspielhaus (ich freue mich wirklich auf den neuen Intendanten!) und zu den Bochumer Symphonikern. Opern hingegen ist nicht so mein Ding (mit Ausnahme von Mozert, der ja aber oft Genreübergreifend komponierte). Außerdem bin ich durch Off-Kultur-Veranstaltungen sozialisiert und stand selbst bei unzähligen Poetry Slams im gesamten deutsprachigen Raum auf der Bühne. Gut, dass ich auch hier viele Möglichkeiten habe: Von der großen Bühne im Schauspielhaus, über den monatlichen Slam im Riff bis zum U20-Special im besten Eisladen wo gibt, dem I am Love. Natürlich besuche ich regelmäßig auch die Einrichtungen der freien Kulturszene im Theaterbereich, wie das Prinz-Regent-Theater oder das Rottstr. 5-Theater. Die Freiheit von Kunst und auch ihre Unabhänigkeit ist für mich eines der höchsten Güter überhaupt (deswegen setzte ich mich politisch auch für ein Kunstsozialticket ein). Außerdem besuche ich gerne Konzerte, dazu aber an anderer Stelle mehr.

 

Filme

Sufragette – Taten statt Worte

Ein Dokudrama über die britische Emanzipationsbewegung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts streiten die Frauen der ältesten Demokratie der Neuzeit um politische Teilhabe. Ein Film über Widerstand gegen Ungerechtigkeit, persönlichen Einsatz und politische Erfolge. Mit einer übrerragenden Meryl Streep und einer ebenso tollen Carey Mulligan. Unbedingt anschauen!

 

Die eiserne Lady

Noch einmal Meryl Streep, dieses Mal in einem Film, für den sie zurecht mit einem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde (Für Sufragette hätten sie und ihre Kolleginnen bereits jeden Preis verdient gehabt!). Ein sehenswertes Stück über eine der bedeutensten Politiker*innen im 21. Jahrhundert und die erste Frau*, die es im politischen Europa zu solchem Einfluss brachte – Auch wenn man sie politisch nicht unterstützen musste. Aber auch ein Film über verblassende Erinnerungen, persönliche Enttäuschungen und die Frage, was von einem solchen Leben bleibt.

 

Der junge Karl Marx

ist ein Stück weit der Gegenentwurf zum vorher genannten Werk. Es erzählt die Geschichte der Sozialisierung Marx‘ nach seiner Jugendzeit und erläutert sowohl den Einfluss Engels‘ als auch den seiner Frau Jenny und der gemeinsamen Haushälterin. Eine wirklich aufschlussreichs Zeichnung eines bedeutenden Mannes – Am besten anzuschauen in einem kleinen, unabhänigen Kino und mit dem dort produzierten, perfektem Popcorn.

 

Lincoln

2012 versuchte sich Steven Spielberg an die Verfilmung eines der bedeutensten Teile des Vermächnisses von Abraham Lincoln. Ein Dokudrame über die Befreiung der Sklaven, das Eindruck von den Gewissen vieler ProtagonistInnen auch über diese Frage hinaus gewährt und dabei zu einem spannenden Politthriller gerät. Mit der überragenden Botschaft, dass politisches Wirken über die eigene Bedeutung und Zeit hinaus gedacht werden muss. Auch wegen eines überzeugenden Daniel Day-Lewis nach wie vor ein echter Filmtipp!

 

Django Unchained

darf in dieser Auflistung ohne Frage nicht fehlen. Auch wenn es der zweite männliche Film in dieser Auflistung ist und ich eigentlich davon abrate, noch Filme zu gucken, in denen Frauen nicht repräsentiert werden (Bechtel-Test). Hier ist das aber nachvollziehbar. Ein Italo-Western von Quentin Tarantino mit zwei großartigen Darstellen, Jamie Foxx und Christoph Walz, in den entscheidenen Rollen. Ein Film über dem Streben nach Freiheit und eine nachdenklich stimmende Reflektion der Rache, die in ihrer brutal stark inszenierten Aufmachung beim Ansehen wirklich imponiert – und unterhält.

 

Die Tribute von Panem

Jennifer Lawrence ist eine der besten Schauspielerinnen unserer Zeit. In der Tribute von Panem eihe spielt sie eine starke und mutige Frau, die ihre Kraft für den Widerstand gegen ein ungerechtes System aufwendet und dabei auch von persönlichen Schicksalschlägen nicht verschont bleibt. Mit viel Empathie erwächst bei uns Zusehenden ebenfalls die Verpflichtung, uns den Ungerechtigkeiten unserer Zeit in den Weg zu stellen. Unbedingt gucken!

 

Call Me by your Name

ist ein großartiger Film zwischen Liebe und Verlust. Er erzählt die Geschichte von Toleranz, Selbsterkenntnis und den Verwehungen des Lebens. Wunderbar nach einem Roman von Andre Aciman von James Ivory adaptiert und mit einem Oscar ausgezeichnet. Ideal geeignet für Sommerabende, bei Wein und in der Bereitschaft zu Weinen.

 

Blue Jasmine

Endstation Sehnsucht habe ich zuerst im Schauspielhaus Bochum gesehen. In der Kinoversion des Stücks brilliert Cate Blanchett in der Hauptrolle. Eine Geschichte, aus der sich viel für sozialpolitische Überlegungen, vor allem aber für das eigene Verständnis der Gesellschaft ziehen lässt. Auch dieser Film ist traurig, aber es lohnt sich dringend ihn anzuschauen!

 

Serien

Politik-Comedy

Ich mag politische Unterhaltungsserien gerne. Meine beiden große Tipps in diesem Genre sind die HBO-Eigenproduktion Veep, in der sich eine sensationellen Julia Louis-Dreyfus, von der vielversprechenden amerikanischen Vizepräsidentin zur stolpernden Präsidentin zur irgendwo zwischen genervt und kampfeslustig agierenden Ex-Präsidentin wandelt. ‚Did the President call‘? Ich warte sehnsüchtig auf die finale Staffel! Und die ZDF-Spartenproduktion Eichwald, MdB, die die Geschichte eines mittelmäßigen, alternden Bundestagsabgeordneten aus Bochum erzählt. Gut, dass die reale Figur weitaus mehr zu bieten hat!

 

Comedy-Serien

Ich mag Modern Famaly, eine weitere US-Serie, die den Alltag einer amerikanischen Großfamilie erzählt und in der der Familienpatriachat ganz schön von der Vielfältigkeit unserer Zeit herausgefordert wird. Berechtigte Kritik: Das schwule Ehepaar hat in den ersten Staffeln keine Kussszene. Die beste Pointe der Sendung: Auf Druck der Zuschauer*innen ändern die Autoren der Show dies im weiteren Verlauf. Im letzten Jahr mochte ich darüber hinaus Labeule und Erben, eine Verleger-Satire, die auf einer Idee von Harald Schmidt basiert.

 

Deutsche Eigenproduktionen

Auch wenn man es bei meinem Filmgeschmack nicht denken mag: Ich mag viele deutsche Serienproduktionen sehr. Natürlich bekanntes wie Babylon Berlin oder die Charitee. Leider werden viele richtig guten Sachen oft am Programmrand versteckt. Die ZDF-Eigenproduktion die Lobbyistin war aber zum Beispiel mein Serienhighlite 2017. Oder, um in der Zeit einmal wirklich zurück zu springen: Wolfgang Menges großartige Patriachatssatire und zeitlose Gesellschaftskritik ein Herz und eine Seele (hier aber nur das Original, also die erste Staffel). Und natürlich darf auch der wöchentliche Tatort-Krimi nicht fehlen. Meine LieblingsermitttlerInnen: Natürlich Thiel und Boerne – eng gefolgt vom Weimarer Duo gespielt von Christian Ulmen und Nora Tschirner

 

Late Night Sendungen

Interpretiert man den Begriff Serie dahingend, dass regelmäßig aufgeführte TV-Produktionen gemeint sind, dann muss ich hier noch angeben, dass ich gerne und regelmäßig Late Night Sendungen anschaue. Ein besonderes Schmankerl stellt dabei die längst eingestellte Show von Benjamin von Stuckrad-Barre, die einst in ZDFneo und auf Tele 5 lief, da. Die Verbindung zum forderen Eintrag: Sie wurde von Christian Ulmen produziert. Aktuell schaue ich natürlich Jan Böhmermanns Neo Magazin Royale.

 

Sport

Fußball

Natürlich habe ich nicht nur ein Abo, sondern so ziemlich jedes, was es mir ermöglicht, alle möglichen Fußballspiele in jeder freien Minute anzuschauen. Und ja, ich weiß, wie paradox das ist. Natürlich habe ich eine Dauerkarte – bei der SG Wattenscheid 09 – und besuche so oft es geht den BVB im Stadion.

 

Handball

ist die zweite Spot-Schau-Leidenschaft von mir. Am Handball mag ich, dass hier noch mehr die Mannschaftsleistung statt der individuellen Klasse im Vordergrund ist, was das Spiel ehrlicher macht. Außerdem gefällt mir, wie der Handballsport Fairness und Härte miteinander verknüpft – Grüße an so manchen Fußballer da draußen!

 

Großereignisse

Weitere Sportarten, die ich – wie zum Beispiel Badminton – auch selber betreibe, gucke ich mir allerdings selten im Fernsehen an. Auch weil die Zeit dafür fehlt. Eine Ausnahme bilden sportliche Großereignisse, wie Olympische und Paralympische Spiele, Leichtathletik-Meisterschaften (die es auf nationaler Ebene ja öfter auch bei uns in Wattenscheid gibt, dann gehe ich dafür aber natürlich ins Stadion!) oder die Tour de France. Wintersport habe ich früher öfter  gesehen, schaffe es heute aber meistens nur noch nebenbei..

 

Dokumentationen

schaue ich außerdem sehr gerne. In der Auflistung gilt folglich: Last but not least. Aber bei diesen Formaten bin ich auch sehr kritisch, google zeitgleich mit und lese anschließend oft noch den Faktencheck und weiterführende Literatur nach. Die mit ganz weitem Abstand besten Dokus im deutsprachigen Raum produziert übrigens das französisch-deutsche Fernsehprojekt arte.